easy-soft GmbH Dresden

Aktuelle Meldungen

29.03.2021


Schnittstellen SORMAS <-> OctoWare®TN - Fragen und Antworten

Am 19. Januar 2021 wurde von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder der Beschluss gefasst, flächendeckend SORMAS in allen Gesundheitsämtern zum besseren Management der Kontaktpersonen und Kontaktketten einzusetzen. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass die Länder mit den SORMAS-Entwicklern ein Verfahren zur Anbindung bzw. Integration ihrer derzeit genutzten Softwaresysteme verabreden.

Rückblick

In einigen Bundesländern war bereits im Jahr 2020 die Festlegung getroffen worden, SORMAS einheitlich in allen Gesundheitsämtern zur Kontaktnachverfolgung einzuführen, so auch in Baden-Württemberg. Da OctoWare®TN in vielen Gesundheitsämtern Baden-Württembergs als Meldesoftware für Infektionserkrankungen eingesetzt wird, war das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bereits Anfang Juli 2020 an die easy-soft GmbH Dresden herangetreten und hatte initiiert, dass in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) eine bidirektionale Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen OctoWare®TN und SORMAS entwickelt wird. Beide Seiten, sowohl die easy-soft GmbH Dresden als auch das HZI, erklärten ihre Bereitschaft, eine entsprechende Schnittstelle zu entwickeln.

Primäre Zielstellung – bidirektionale Schnittstelle

In der Folgezeit wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Vitagroup AG, die mit der SORMAS-Entwicklung beauftragt ist, und der easy-soft GmbH Dresden ein Konzept für eine bidirektionale Schnittstelle erarbeitet.

Das von easy-soft präferierte Konzept sah vor, dass auf der Seite von OctoWare®TN nach wie vor die komplette COVID-19-Fallbearbeitung erfolgt, beginnend beim DEMIS-Import der positiven Labormeldungen, über die Fallanlage incl. der Indexpersonenerfassung, der Dokumentation klinischer, epidemiologischer und labordiagnostischer Informationen bis hin zur Evidenzberechnung und zur Übermittlung des jeweiligen Falles zum Landesamt und weiter zum Robert-Koch-Institut (RKI), so, wie es auch bei den übrigen meldepflichtigen Erkrankungen der Fall ist.

In SORMAS sollten alle Daten, die zur Kontaktpersonennachverfolgung erforderlich sind, erfasst und verwaltet werden, Quarantänebescheide erstellt, Kontaktketten analysiert sowie im Falle der Ansteckung einer Kontaktperson die erforderlichen Informationen zu OctoWare®TN übertragen werden.

Mit diesem Einsatzkonzept sollte erreicht werden, dass SORMAS vor allem seine Stärken bei der Kontaktpersonennachverfolgung voll ausschöpfen kann und zudem wegen seiner guten Handhabbarkeit die Einbeziehung von fachfremdem Personal in den Gesundheitsämtern erleichtert wird.

Kurz vor Beginn der Arbeiten zur Implementierung der bidirektionalen Schnittstelle OctoWare®TN – SORMAS kam es im November 2020 zu einer Unterbrechung der gemeinsamen Aktivitäten, da sich die Vitagroup AG auf die Pilotierung einer Schnittstelle von SORMAS zu SurvNet@RKI konzentrieren musste und zudem durch das weitere Ausrollen neuer SORMAS-Instanzen viele Kräfte gebunden waren.

Neustart – unidirektionale Schnittstelle

Zu Beginn des Jahres 2021 konnte die Zusammenarbeit zur Schnittstellenentwicklung fortgesetzt werden. Neben der easy-soft GmbH Dresden wurden auch alle anderen kommerziellen Hersteller von Infektionsschutz-Meldesoftware in die Schnittstellenentwicklung eingebunden.

Die ursprüngliche Zielstellung, eine bidirektionale Schnittstelle zu entwickeln, wurde vorerst ausgesetzt. Die neue Zielstellung lautete jetzt: Entwicklung einer unidirektionalen Schnittstelle von SORMAS zu OctoWare®TN bzw. zur Infektionsschutz-Meldesoftware!

Die Fokussierung auf eine unidirektionale Schnittstelle erfolgte in Anlehnung an die Vorgehensweise bei der Kommunikation zwischen SORMAS und SurvNet@RKI. Die für diesen Standardeinsatzfall erarbeitete Schnittstellenspezifikation bildete nun auch die Grundlage für die Schnittstellenentwicklung SORMAS -> OctoWare®TN.

Neues Nutzungskonzept – SORMAS übernimmt komplette COVID-19-Fallbearbeitung

Mit der Neuorientierung auf eine unidirektionale Schnittstelle von SORMAS zur jeweiligen Meldesoftware (SurvNet@RKI, OctoWare®TN, …) ist zwangsläufig auch eine Änderung des Nutzungskonzepts von SORMAS verbunden. Anders als im ursprünglich von easy-soft präferierten Konzept übernimmt künftig SORMAS allein und unabhängig von der Meldesoftware die COVID-19-Fallbearbeitung. Diese beginnt beim DEMIS-Import der positiven DEMIS-SARS-Cov-2-Laborbefunde – SORMAS ist dazu mit einer eigenen DEMIS-Importschnittstelle ausgerüstet worden. Alle klinischen, epidemiologischen und labordiagnostischen Informationen werden nun direkt in SORMAS erfasst und natürlich erfolgt auch weiterhin die komplette Kontaktnachverfolgung in SORMAS.

Nach der Einführung von SORMAS im Gesundheitsamt werden direkt in der Meldesoftware (SurvNet@RKI, OctoWare®TN, …) keine COVID-19-Fälle mehr bearbeitet. Dies geschieht von diesem Zeitpunkt an ausschließlich in SORMAS.

Wird in SORMAS ein COVID-19-Fall als meldepflichtig gemäß gültiger Falldefinition des RKI beschrieben, wird dieser über die unidirektionale Schnittstelle zur Meldesoftware übertragen und aus der Meldesoftware - ohne weitere Bearbeitung - im Rahmen der täglichen Meldungen aller – neu erfassten oder meldepflichtig geänderten/ergänzten - Infektionsfälle weiter zum jeweiligen Landesamt und von dort zum RKI übermittelt.

Besonderheit - Datenübermittlung von SORMAS zur Meldesoftware erfolgt anonym

Eine Besonderheit der aktuellen Schnittstellenspezifikation SORMAS - > Meldesoftware besteht darin, dass die Personalien zu den Indexpersonen (Name, Vorname, Adressdaten, …) anonym übermittelt werden. In der Meldesoftware sind diese Informationen daher nicht wie bei den anderen dort verwalteten Infektionsfällen lesbar. Die Herstellung von Bezügen von Personen mit positiven COVID-19-Labor- oder Antigentestbefunden zu bereits in der Meldesoftware wegen anderer Infektionen erfassten Personen ist nicht mehr möglich. In der Meldesoftware liegen „anonyme COVID-19-Fälle“ neben „nicht anonymen anderen Infektionsfällen“.

Pilotierung SORMAS und OctoWare®TN

Wenn ein Gesundheitsamt damit beginnen möchte, die Bearbeitung der COVID-19-Infektionsfälle mit SORMAS durchzuführen, müssen in einem ersten Schritt alle bisher in OctoWare®TN erfassten Falldaten im Rahmen eines initialen Datenexports aus OctoWare®TN ausgegeben und in SORMAS importiert werden.

Wurde in dem betreffenden Gesundheitsamt in der Vergangenheit bereits mit SORMAS gearbeitet, besteht im Zusammenhang mit dem initialen Datenimport zusätzlich die Aufgabe, die Daten aus der Meldesoftware mit den Daten in SORMAS abzugleichen. In beiden Systemen müssen vor Beginn der Bearbeitung die gleichen COVID-19-Falldaten vorhanden sein.

Etwas einfacher gestaltet sich der initiale Datenimport dann, wenn SORMAS neu eingeführt wird, also in SORMAS selbst noch keinerlei Daten vorhanden sind. Die Arbeitsfähigkeit des Gesundheitsamtes ist hier sofort nach dem initialen Datenimport gegeben.

Verfügbarkeit der unidirektionalen Schnittstelle SORMAS-X -> OctoWare®TN

Für OctoWare®TN ist die unidirektionale Schnittstelle für den Import der Meldedaten aus SORMAS ab OctoWare®TN -Version 11.09.00 verfügbar, ebenso die Schnittstelle zur Datenausgabe aus OctoWare®TN für den initialen Import nach SORMAS. Die aktuelle Schnittstellenspezifikation wurde von der Vitagroup AG veröffentlicht.

Zu beachten ist, dass die Entwicklung sowohl an den betreffenden Schnittstellen als auch an SORMAS kontinuierlich weitergeführt wird, nicht zuletzt auch, um SORMAS an die ständig neuen Anforderungen des RKI zur COVID-19-Fallbearbeitung und -übermittlung anzupassen. Insofern ist es empfehlenswert, sich zu Fragen der Pilotierung von SORMAS im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Schnittstellen SORMAS - > OctoWare®TN rechtzeitig mit dem HZI und mit der easy-soft GmbH Dresden abzustimmen.

Ihre Rückfragen an die easy-soft GmbH Dresden zur SORMAS-OctoWare®TN-Pilotierung richten Sie bitte an SORMAS@easy-soft.de.

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